Was Heilerde alles kann

Erde, die bei vielen verschiedenen Beschwerden helfen soll? Eine dunkle braune Masse, eher unansehnlich, die einen sehr eigenen Geruch verbreitet – doch bei Heilerde geht es weniger um ihr Aussehen, sondern mehr um ihr Können. Und Heilerde-Maske, - Kapseln und -Pulver haben es in sich: unreine Haut, Pickel, fettige Haare auf der einen Seite, Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall und Sodbrennen auf der anderen: Lesen Sie hier alles über Heilerde und ihre Wirkung, wie Sie sie anwenden und was Sie dabei beachten sollten.

Was ist Heilerde?

Schon die alten Ägypter schworen auf sie, später waren es Hildegard von Bingen und Sebastian Kneipp. In der Alternativmedizin nimmt sie noch immer einen wichtigen Stellenwert ein – sowohl innerlich als auch äusserlich angewendet: Heilerde hat heute den Status eines frei verkäuflichen Arzneimittels inne und basiert rein auf der Natur. In ihr kommen zahlreiche Mineralien und Spurenelemente vor. Dazu gehören:

  • Kalzium
  • Kalium
  • Magnesium
  • Eisen
  • Chrom
  • Zink
  • Kupfer

Heilerde besteht aus Erde oder Lehm, meist handelt es sich um kalkhaltige Bodenablagerungen, den sogenannten Löss. Gewonnen wird das natürliche Mittel aus Eiszeit-Löss: Dicke Eis- und Schneeschichten lagen mit ihrem Gewicht auf Felsen, die sie im Laufe der Zeit zu Gestein zerrieben. Wasser zerkleinerte das Sedimentgestein weiter, Wind trug es fort und führte dazu, dass es sich an den Rändern der Mittelgebirge ablagerte.

Das feinkörnige Sediment setzt sich aus Schluff und geringen Anteilen von Ton und Feinsand zusammen. Heilerde wird heute aus jenen eiszeitlichen Gesteinsschichten gewonnen und bei hohen Temperaturen getrocknet, um darin enthaltene Keime abzutöten. Der Löss wird weiter zerkleinert zu einem feinen Pulver. Weitere Zusätze werden der Heilerde nicht beigegeben. Je nach Abbauort unterscheidet sie sich in ihrer Zusammensetzung

Anwendungsgebiete

Heilerde gibt es für ganz unterschiedliche Arten der Einnahme. So können Sie das natürliche Arzneimittel als Heilerde-Kapseln, -Maske und -Pulver kaufen. Dementsprechend gross ist auch das Gebiet der Anwendung:

  • gegen Pickel, Akne, Hautunreinheiten und andere Probleme mit der Haut,
  • für die Haare,
  • gegen Muskel- und Gelenkschmerzen,
  • Insektenstiche,
  • Sodbrennen
  • sowie Durchfall und weitere Magen-Darm-Beschwerden.

Was bewirkt Heilerde?

HeilerdepulverSchon der Name Heilerde deutet ihre therapeutische Wirkung an. Eindeutig belegen konnte die Wissenschaft diese bisher allerdings noch nicht. Doch die positiven Erfahrungen mit der Wirkung von Heilerde reichen bis zu den alten Ägyptern zurück. Die Charité Berlin beschäftigte sich bereits in mehreren Untersuchungen mit dem natürlichen Mittel.

Ihre Besonderheit liegt in ihrer Beschaffenheit: Jedes einzelne Korn ist unglaublich winzig – doch in ihrer Gesamtheit ergibt Heilerde eine riesige Oberfläche. Das ist auch der Grund, warum sie viele Substanzen binden kann, vergleichbar mit medizinischer Kohle, und sie absorbiert. Heilerde wirkt so gewissermassen wie ein Schwamm und saugt die entsprechenden Stoffe in sich auf.

Ihre Anwendung lässt sich in innerliche und äusserliche unterteilen.

Innerlich

Durch die in dem Pulver vorkommenden Carbonatsalze wird Heilerde gegen Sodbrennen empfohlen. Diese soll die überschüssige Magensäure binden und neutralisieren können, sodass die Speiseröhre nicht mehr brennt.

Wegen seines hohen Anteils an quellfähigen Stoffen unterstützt das Pulver auch bei der Entgiftung und eignet sich gut gegen Durchfall. Es soll dazu in der Lage sein, die für die Beschwerden verantwortlichen Giftstoffe zu binden und zu ihrer Ausscheidung beizutragen. Durch ihre positiven Effekte bei Sodbrennen und Durchfall, verursacht durch ihr hohes Absorptions- und Bindungsvermögen, soll Heilerde bei Reizdarm ebenfalls unterstützen können.

Äusserlich

Das fein gemahlene Pulver, vermischt mit Wasser, soll auf der Haut aufgetragen gute Effekte erzielen. Im Gesicht wird Heilerde insbesondere gegen Pickel angewendet. Durch ihr Absorptionsvermögen soll sie überschüssigen Talg aus den Poren binden können. Ausserdem wird vermutet, dass sie die Durchblutung fördern kann, wodurch die Nährstoffversorgung und damit das Hautbild verbessert werden sollen. Ihre Anwendung erfolgt dabei in Form einer Heilerde-Maske.

Weil Heilerde ebenfalls entzündungshemmend sein soll, wird sie gern zur Behandlung von Muskel- und Gelenkschmerzen eingesetzt. Auch Insektenstiche sollen sich durch die äusserliche Anwendung behandeln lassen, indem ein kalter Umschlag mit der Erde das unangenehme Jucken lindert. Das kalte Wasser sorgt gleichzeitig für eine wohltuende Kühlung der Hautpartien. Ein guter Tipp ist Heilerde deshalb ebenfalls bei gereizter Haut.

Wie Heilerde anwenden?

Heilerde Paste selber machen

Je nach Einsatzgebiet wird Heilerde unterschiedlich angewendet.

Heilerde-Maske

Für die Anwendung im Gesicht bei Pickeln, Akne oder anderen Beschwerden eignet sich eine Maske sehr gut. Aus Wasser und gröberem Heilerde-Pulver einen dicken Brei anrühren, auf die Haut auftragen, mit einem Tuch abdecken und einwirken lassen. Für die schnelle und unkomplizierte Anwendung gibt es inzwischen Gesichtsfluide, die sofort anwendungsfertig sind.

Umschläge mit Heilerde

Wie bei der Heilerde-Maske eine Masse aus Wasser und Pulver anmischen, auf ein Tuch geben und dann auf die Haut legen. Zudem lässt sich der zähflüssige Brei mit weiteren Zusätzen wie ätherischen Ölen anreichern.

Ein warmer Umschlag soll die Durchblutung anregen und dadurch bei Gelenk- und Muskelschmerzen Linderung verschaffen. Kalte Wickel kühlen die Haut und eignen sich dadurch besonders für akute Beschwerden bei Prellungen und Insektenstichen.

Im Badewasser

Ein paar Löffel Heilerde-Pulver ins Badewasser geben, für den angenehmen Duft noch einige wenige Tropfen ätherisches Öl hinzu und entspannen.

Innerliche Anwendung

Für die innerliche Anwendung von Heilerde, gegen Sodbrennen und Reizdarm beispielsweise, können Sie ebenfalls einen Brei aus Pulver und Wasser anrühren und ihn im Anschluss trinken. Statt in Wasser lässt sich die Heilerde auch in einen Tee rühren. Wichtig ist hierbei, darauf zu achten, dass das Pulver auch für die innere Anwendung gedacht ist. Eine gute Möglichkeit stellt obendrein die Einnahme von Heilerde-Kapseln dar. Sie lassen sich recht einfach schlucken.

Was bei der Anwendung beachten?

Neugierig geworden und Sie wollen die Wirkung von Heilerde nun selbst ausprobieren? Dafür geben wir Ihnen zum Schluss ein paar letzte Tipps zu ihrem Umgang.

Nebenwirkungen von Heilerde sind fast keine bekannt. Sie können die natürlichen Präparate sogar in der Schwangerschaft und bei Kindern anwenden. Allergische Reaktionen kommen nur sehr selten vor. Bei der inneren Anwendung sollten Sie unbedingt darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Vorsicht ist generell lediglich im Zusammenhang mit Medikamenten geboten. Denn auch deren Wirkstoffe kann Heilerde unter Umständen binden. Deshalb im Zweifelsfall immer den Arzt oder Apotheker fragen und ausreichend zeitlichen Abstand zur Einnahme der Medikamente lassen.

Wie bei vielen Präparaten der Alternativmedizin sollten Sie Heilerde weder in einem Gefäss aus Metall anmischen noch sie mit Besteck aus dem Material aufnehmen. Nutzen Sie besser einen Löffel aus Keramik oder Kunststoff, um zu verhindern, dass Oxidationsprozesse in Gang gesetzt werden.